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OHNE IHRE FREUNDE GÄBE ES DIE ALTE OPER NICHT

Die Geschichte der Alten Oper ist eng verbunden mit den Frankfurter Bürgern: 1869 taten sich 67 Frankfurter Bankiers, Kaufleute und Privatiers zusammen, um für ihre Stadt ein Opernhaus zu bauen. Nach der Zerstörung der Oper waren es wieder Frankfurter Bürger, die unter dem Motto „Rettet das Opernhaus“ die Ruine vor der Zerstörung bewahrten. Von 1964 an sammelten sie dank des Engagements des Präsidenten der Industrie- und Handelskammer, Fritz Dietz, in  der „Aktionsgemeinschaft Opernhaus“ 14 Millionen DM für den Wiederaufbau.

Nach der Wiedereröffnung der Alten Oper 1981 waren es erneut die Bürger der Stadt, die diesmal als FREUNDE der Alten Oper dafür sorgten, dass das nun wieder errichtete Konzerthaus auch die nötigen Mittel hatte, um ein künstlerisch hochstehendes Programm-Niveau zu halten. Sie fördern ein breites Spektrum von Barock-Musik bis zu Kompositionsaufträgen.

Es waren Frankfurter Bürger, die im Jahr 1869 den finanziellen Grundstock für das Haus legten, das wir heute unter dem Namen Alte Oper Frankfurt kennen und lieben. Oberbürgermeister Daniel Heinrich Mumm hatte eine Spendensammlung für die Errichtung eines neuen Musiktheaters initiiert. 67 Frankfurter Bankiers, Kaufleute und Privatiers/Rentiers folgten dem Aufruf. Wir finden unter ihnen die Namen alteingesessener Familien wie Bethmann, Bolongaro, du Fay, Manskopf, Metzler und de Neufville, aber auch Frankfurter der ersten oder zweiten Generation wie Eugen Lucius, Gründer der Farbwerke Hoechst, Leopold Sonnemann, Herausgeber der Frankfurter Zeitung, und den Weingroßhändler Hermann Mumm (Letzterer hat auch die Skulpturen Goethe und Mozart gestiftet, die noch heute die Fassade des Hauses schmücken). Stark engagierten sich jüdische Bankiers, darunter Raphael Erlanger, Adolph Goldschmidt, Emil Ladenburg, Mayer Carl von Rothschild, Rudolf und Sigismund Sulzbach und Max Stettheimer. Dem Magistrat wurden 480.000 Gulden zur Verfügung gestellt.

 

Diese 67 sind die ersten Freunde der Alten Oper, sie brachten nicht nur das Geld auf, sondern mischten sich – man hatte sich das als Gegenleistung ausbedungen – auch in die Planung ein:  Wie viele Logen sollte das Gebäude wie repräsentativ und groß sollte es werden? Das Budget wurde natürlich nicht eingehalten, am Ende zahlte die Stadt ein Vielfaches des gestifteten Betrags für eines der schönsten Opernhäuser des Kontinents. Als das Haus im Jahr 1880 schließlich eröffnete – man gab Mozarts Don Juan in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm –, wurde dem Intendanten Emil Claar von Frankfurter Familien ein Lorbeerkranz überreicht.

 

64 Jahre lang diente die Alte Oper der Stadt als Opernhaus, betrieben zunächst über eine Theateraktiengesellschaft, seit den Zwanzigerjahren direkt von der Stadt. Das Zerstörungswerk von Nationalsozialismus und Krieg machte vor der Alten Oper nicht halt: Generalmusikdirektor Hans-Wilhelm Steinberg und jüdische Ensemblemitglieder wurden nach 1933 entlassen, in die Emigration gezwungen oder – ebenso wie jüdische Frankfurter aus dem Publikum – ermordet. Im Jahr 1944 fiel die Alte Oper einem Bombenangriff zum Opfer und brannte vollständig aus.

Nach dem Krieg erwog man den Abriss der Ruine. Die Freunde der Alten Oper begannen sich zu organisieren: Unter dem Vorsitz des Leiters des Höchster Krankenhauses, Prof. Max Flesch-Thebesius, bildete sich 1951 der Ausschuss Rettet das Opernhaus. Thomas Mann, der hier in seiner Jugend den Fliegenden Holländer gehört hatte, schrieb aus der Ferne: Rechnen Sie mich, also, bitte, zu denen, für die die pietätvolle Erhaltung des Opernbaues, der noch in seinem gegenwärtigen schmerzlichen Zustand ein Glanzstück harmonischer Architektur bleibt…, eine wahre Herzensangelegenheit ist ...

 

Zuerst ging es darum, das Gebäude gegen Verfall zu sichern. Nachdem die ersten Spendengelder gesammelt waren, gab der Magistrat im August 1954 die Zustimmung zur Erhaltung der Ruine. Der Ausschuss Rettet das Opernhaus hatte sein erstes Ziel erreicht. Das neue Ziel hieß: Wiederaufbau. Viele Frankfurter kulturelle Institutionen setzten sich für die Wiedererrichtung der Alten Oper ein, darunter die Museumsgesellschaft, die Polytechnische Gesellschaft unter Vorsitz von Oberbürgermeister a.D. Dr. Kurt Blaum und das Kuratorium Kulturelles Frankfurt. Man verfolgte nun die Idee eines Konzert- und Kongresszentrums am Opernplatz. 

Frischer Wind kam auf mit Gründung der Aktionsgemeinschaft Opernhaus Frankfurt am Main e.V. unter Vorsitz von Fritz Dietz, des Präsidenten der Industrie- und Handelskammer, im Oktober 1964. Über die Jahre wurden von der Aktionsgemeinschaft mehr als 14 Millionen DM an Spendengeldern eingesammelt, eine bis dahin unerhörte Summe. Nicht nur Frankfurter brachten diesen Betrag auf, aus aller Welt, vor allem auch aus Amerika, kamen die Geldspenden. Ehrenbürger Albert Schweitzer meldete sich mit ermunternden Worten aus Afrika, Yehudi Menuhin gab ein Benefizkonzert. Wie viel Energie nötig war, um das Projekt zum Ziel zu führen, kann man daran ermessen, dass erst im Mai 1976 der endgültige Beschluss der Stadtverordnetenversammlung gefasst wurde, das Gebäude wiederaufzubauen. Der Investitionsaufwand wurde auf 148,5 Millionen DM veranschlagt (Stand Mai 1980); 10 Prozent davon hatten die Freunde des Hauses beigesteuert.

 

Am 28. August 1981 wurde die Alte Oper wiedereröffnet, man hörte die Ouvertüre zu Don Giovanni am Vormittag, später folgten Hindemiths Mathis der Maler und Mahlers Achte mit dem Opernhaus- und Museumsorchester unter Leitung von Michael Gielen.

Und nun kommen wir ins Spiel, die Gesellschaft der Freunde der Alten Oper Frankfurt e.V. Die Erwartungen des Publikums und der Anspruch von Ulrich Schwab, des ersten Generalmanagers der Alten Oper, an die Qualität des Angebots im Haus waren hoch, die Frankfurt Feste, im August und September 1981 erstmals in der Alten Oper veranstaltet, waren glanzvoll – und teuer. Rasch stellte sich heraus, dass das jährliche Budget der Alten Oper nicht ausreichte, um das angestrebte künstlerische Niveau zu sichern. Ulrich Schwab fand Unterstützer: Im Jahr 1983 taten sich Frankfurter Bürger zusammen, um die Gesellschaft der Freunde der Alten Oper zu gründen, erster Kuratoriumsvorsitzender war Dr. Wilfried Guth, zum ersten Vorsitzenden wurde Karl Gustav Ratjen gewählt, Stellvertreter war Dr. Rüdiger Volhard, der spätere Vorstandsvorsitzende unserer Gesellschaft. Ziel der Vereinigung war es, zur Pflege des kulturellen Lebens in Frankfurt beizutragen und Projekte der Alten Oper, die von ihr im Rahmen des jährlichen Budgets nicht finanziert werden konnten, zu fördern.  Damit war die Linie vorgegeben: Kulturförderung durch Privatpersonen und Firmen als Mäzene in Ergänzung zur – nach wie vor entscheidenden und unverzichtbaren – Förderung durch die Stadt Frankfurt am Main. Am 25. Mai 1984 erfolgte die Eintragung der Gesellschaft ins Vereinsregister.

 

Zu den ersten Projekten, die die FREUNDE förderten, zählten das Mozart Fest Frankfurt unter der musikalischen Leitung von Sir Georg Solti im Juni 1984, eine Aufführung der Matthäus-Passion mit John Neumeier und Konzerte der Jungen Deutschen Philharmonie. Die Entwicklung von Mitgliederzahl und Spendenaufkommen verliefen erfreulich: Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums unserer Gesellschaft im Jahre 1994 dankte Dr. Guth den Geschäftsführerinnen Barbara Breuer (bis 1992) und Dr. Gabriele Haid (bis 2013) für die Betreuung von mehr als 1.800 Mitgliedern. Seit ihrer Gründung hat die Gesellschaft der Freunde der Alten Oper über 14 Millionen Euro an Beiträgen und Spenden aufgebracht, die der Alten Oper zur Verfügung gestellt wurden.

 

Früh schon zeichneten sich die Grundsätze der Arbeit unserer Gesellschaft ab: Wir sind dazu da, die Arbeit des Intendanten zu unterstützen, beschränken uns aber nicht auf sogenannte Leuchtturmprojekte, sondern fördern ein breites Spektrum musikalischer Aktivitäten von Barock und Klassik bis hin zur Förderung zeitgenössischer Produktion mit Kompositionsaufträgen.

 

Die Auswahl der Förderprojekte erfolgt in enger Abstimmung zwischen Kuratorium, Vorstand und Intendant. Anlässlich der festlichen Mitgliederversammlung der FREUNDE im Großen Saal der Alten Oper im November 2011 dankten Kuratoriumsvorsitzender Dr. Rolf-E. Breuer und Vorstandsvorsitzender Dr. Klaus Albert Bauer dem Intendanten Michael Hocks für viele Jahre erfolgreicher Arbeit und für die gute Zusammenarbeit zwischen dem Haus und uns, den FREUNDEN der Alten Oper. Seit März 2012 setzen wir diese Zusammenarbeit mit dem neuen Intendanten, Dr. Stephan Pauly, mit großer Freude fort.

Ausführliche Chronik als Druckversion

Quellen: Informationen zur Geschichte des Hauses und seiner Freunde sind folgenden Werken entnommen: Albert Richard Mohr, „Das Frankfurter Opernhaus 1880 bis 1980“, Frankfurt am Main 1980; Wolfgang Schivelbusch, „Eine wilhelminische Oper“, Frankfurt am Main 1985; Institut für Stadtgeschichte, 1880–2005. „Mehr als Musik. 125 Jahre Alte Oper“, Frankfurt am Main 2005.

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